BÜRGERVEREIN KÖLN-BAYENTHAL-MARIENBURG E.V.
Öffentliche Jahresversammlung
Alle Bürgerinnen und Bürger sind für Mittwoch, den 10. Mai 2006, 1930 Uhr in den Festsaal des St. Antonius Krankenhauses Köln-Bayenthal
eingeladen.
Nach dem satzungsgemäßen Vorlauf werden wir ab ca. 1950 Uhr das Thema
Fluglärmverringerung diskutieren:
Möglichkeiten und Perspektiven der Technik
Referent: Ulf Klinger, Bezirksregierung Düsseldorf
Wie ist der derzeitig übliche Startverlauf, und welche Startlinie wird geflogen ? Welche Flugzeuge werden eingesetzt, wie steil starten sie und wie ist ihr Lärmpegel ? Derzeitige Lärmspitzen und Lärmteppich tagsüber und nachts. Lärmprognose ? Änderungsmöglichkeiten durch Steilstart, Vorgaben an den Piloten ? Flugrouten Anpassung an BAB/Grüngürtel ? Nachtroute, Flugzeugvorgaben / Typauswahl ?
Podiumsfragen, Referent: Bernd Streitberger, Dezernent für Stadtentwicklung, Planen und Bauen und Mitglied der FluglärmkommissionVorgaben und Möglichkeiten für steileres Starten ?Kompromiss für die Flugroute über den Grünbereich südlich von Marienburg und
nicht mehr direkt darüber ?Nachtroute für laute Flugzeuge, Typbeschränkung ?Wir freuen uns auf den notwendigen, ausführlichen Diskussionsaustausch und ihre Beiträge.
Der Bürgerverein
Für den Vorstand: Dr. Hartmut Hammer, Leyboldstr. 21 , 50968 Köln
————————————————————————————
Anschreiben
BÜRGERVEREIN KÖLN-BAYENTHAL-MARIENBURG E.V.
Vorsitzender Dr. Hartmut Hammer, Leyboldstr. 21, 50968 Köln Köln, den 03.05.06 http://www.buergerverein-bayenthal-marienburg.de Tel. 0221-383839
Kontoverbindung: Sparkasse KölnBonn Kto.-Nr. 7 342 157, BLZ 370 501 98 Fax. 0221-378966
Sehr geehrte Mitbürger,
Im September 1998 wurde die nordwestliche Startlinie für Flugzeuge um ca. 1 km nach Norden und damit über Marienburg und Raderthal geschoben.
Laute Flugzeuge wie die MD11 machen seitdem tags und nachts einen Lärm bis über 80 dBA, das entspricht der Lautstärke eines LKW bei einer Vorbeifahrt in 8 m Entfernung mit 45 km/h.
Sehr stark gestört durch Fluglärm fühlen sich demgemäß jeder Fünfte in Bayenthal und jeder Dritte in Marienburg, und nach unserer Umfrage von 2002 möchten insgesamt 60 % der Marienburger und 44 % der Bayenthaler, dass der Lärm geringer wird.
Wir sind dafür, dass die Entwicklung des Flughafens auch weiterhin der Wirtschaft der Region und den Belangen der Bevölkerung dient. Dies erfordert aber auch Kompromisse für die Lärmbelastung der betroffenen Anwohner zu finden. Das Lärmniveau soll nicht erhöht, sondern verringert werden.
In unserer Veranstaltung möchten wir hierzu die Möglichkeiten der Flugzeugtechnik, der Flugroute und evtl. steuernder Vorgaben für besonders laute Maschinen diskutieren.
In die Diskussion nach den Vorträgen bitten wir Sie Ihre Meinung einzubringen. Die Herren Partsch vom Flughafen und Hoffmann von der Bundesvereinigung gegen Fluglärm werden ebenfalls anwesend sein.
Zur Information: Der Austausch der Dehnfuge der BAB Südbrücke durch eine neue leisere Konstruktion, soll nach der Fußball WM abgeschlossen werden. Der laute Klack verschwindet dann hoffentlich.
Als Tagesordnung unserer öffentlichen Jahresversammlung am Mittwoch den 10. Mai 2005 um 1930 im Festsaal des St.Antonius Krankenhauses ist vorgesehen:
Eröffnung der Versammlung, Kassenprüfbericht und Entlastung des VorstandesWiederwahl/Neuwahl zum Vorstand: Wahlberechtigt sind die Mitglieder des Vereins; Andere als die hier vom Vorstand vorgeschlagenen Bewerber können auch noch von unseren Mitgliedern benannt werden. Herr Johannes Werner stellt sich zur Wiederwahl als 2. VorsitzenderZur Wiederwahl als Beisitzerinnen stellen sich: Sabine DuMont Schütte, Barbara Wassermann-Spengler und Silvia Wollny-Dommermühl
Sonstiges:
Ab ca. 19:50 bis ca. 21:30 Uhr Referentenvorträge und Diskussion
Wir hoffen, dass wir Sie bei unserer Veranstaltung begrüßen können, und bitten Sie weiter um Ihre Unterstützung.
Mit herzlichen Grüßen, für den Vorstand: Dr. Hartmut Hammer
————————————————————————————
Zusammenstellung der Ergebnisse/Anregungen
BÜRGERVEREIN KÖLN-BAYENTHAL-MARIENBURG E.V.
Vorsitzender Dr. Hartmut Hammer, Leyboldstr. 21, 50968 Köln Köln, den 23.05.06 http://www.buergerverein-bayenthal-marienburg.de Tel. 0221-383839
Fax. 0221-378966
Infobrief an die Mitglieder
FAZIT DER BÜRGERVERSAMMLUNG ZU FLUGLÄRM AM 10. MAI 2006:
Steiler Starten?
Eine unbegrenzte Flugerlaubnis, auch nachts, haben alle Flugzeuge der Bonusliste. Dazu zählen in Köln/Bonn ca. 95 % aller Maschinen, auch die lauten MD11F und A 310-300.Das besonders laute Frachtflugzeug MD11F verursacht unter der Fluglinie in Marienburg und Raderthal einen Lärm um 80 dBA. Das ist so laut wie ein LKW bei einer Vorbeifahrt mit 45 km/h in 8 m Entfernung.Unbefriedigend ist, dass dieses Lärmniveau für Marienburg sogar noch höher ist als für näher am Flughafen liegende Gemeinden. Die Ursache dafür ist, dass die Fluglinie direkt über Marienburg geschoben wurde, aber an anderen Ortsteilen wie z.B. Gremberghoven vorbeigeflogen wird.Das Lärmniveau in Bayenthal ist ca. dreimal geringer als in Marienburg. Die vorgegebene Fluglinie wird im Mittel in einer Breite von ca. 500 m eingehalten. Erlaubt ist aber mit +/- einer Meile die ca. achtfache Toleranz. Einzelne laute Flugzeuge sind dadurch auch im Norden von Bayenthal oder auch bis zum Süden von Rodenkirchen nicht auszuschließen.Eine Abschwächung der Lärmspitzen könnte im Prinzip durch größere Flughöhe, d.h. durch steileres Starten, erzielt werden. Die von Herrn Klinger gezeigte Möglichkeit, mit mittlerer Standardturbinenleistung mehr Steigen als Beschleunigen anzustreben, hat für die beladene MD11F nur in Teilbereichen unter der Fluglinie einen kleinen Lärmminderungseffekt. Die Fluglärmkommission sieht hierin einhellig keine erstrebenswerte Alternative, da andere Bereiche sogar etwas höher belastet werden. Nach dem Anfangsstart wird im Standardverfahren die Turbinenleistung deutlich verringert und ein Flugzeug wie die MD11F steigt dann weniger als halb so schnell. Wenn die Turbinen z.B. ca. doppelt so lange auf Startleistung blieben, könnten auch für eine vollbeladene MD11F die Flughöhe bis Marienburg um ca. 300 m erhöht und der Lärm um ca. 60 % verringert werden. Der Fluglärmkommission obliegt die Überprüfung der Alternative einer zeitlich verzögerten Rücknahme der Turbinenleistung nach dem Start und auch inwieweit dies anderweitig verträglich ist. Im Nachgang zur Bürgerversammlung schlagen wir dies zur Prüfung vor.
Unser Vorschlag: Steiler Starten könnte den Lärm etwa halbieren. Prüfung durch die Kommission?
Kompromisslinie über Grüngürtel?
Die Verschiebung der Startlinie im Jahr 1999 um ca. 1 km nach Norden über Marienburg und Raderthal fordert zum Suchen einer Kompromisslinie heraus. Eine Kompromisslinie stärker dem Grüngürtel, d.h. ca. der Autobahnbrücke zum Autobahnkreuz folgend, würde den Lärm vor allem auf der Schallschattenseite der Häuser nach Norden mehr als halbieren. Durch die entsprechend steiler von Norden kommende Fluglinie ließe sich auch rechtsrheinisch das Lärmniveau verringern. Die Kommission sieht für eine derartige Linienführung technische Schwierigkeiten. Der Flugradius ist im automatischen Flugverfahren begrenzt, und die Flugrichtung ist durch das Funkfeuer Nörvenich vorgegeben. Eine steilere, südlichere Flugrichtung soll leider nicht möglich sein. Die bessere Kompromisslinie soll erst nach allgemeiner Umstellung auf GPS-Steuerung in einigen Jahren möglich werden.
Startlinie über Grüngürtel könnte den Lärm etwas bzw. bis mehr als halbieren.
Unser Vorschlag: Kompromisssuche durch Kommission.
Nachtflugroute für laute Flugzeuge?
Eine Nachtflugroute zum Aussortieren lauter Flugzeuge beim Start nach Norden wird von der Kommission nicht gesehen.Die Kommission wird aber trotzdem gebeten eine Nachtflugroute über die Linie Königsforst zu prüfen. Hier könnten über dem nicht besiedelten Gebiet des Forstes alle Flugzeuge mit höherer Turbinenlast zunächst deutlich stärker steigen und evtl. auch beschleunigen, um dann über besiedeltem Gebiet deutlich leiser zu sein. Am Ende des Königsforstes wären alle Flugzeuge mit Standardturbinenlast dann ca. fünf mal leiser als jetzt.Ein Verbot lauter Maschinen wie der MD11F ist wegen der Zugehörigkeit zur Bonusliste nicht möglich. Es erscheint uns aber möglich, dass der Flughafen sich mit den Betreibern lauter Maschinen freiwillig auf eine nächtliche Beschränkung einigt oder aber eine deutlich höhere Startgebühr für einen nächtlichen Einsatz verlangt.Die Wirtschaftlichkeit und die Arbeitsplätze des Flughafens scheinen uns nicht gefährdet, da nur einige laute Flugzeuge Einschränkungen im Nachtflugeinsatz bedürfen.Durchschnittliche Flugzeuge sind etwa zehn mal leiser als die besonders zu bemängelnden MD11F und verursachen damit nicht einen LKW ähnlichen Lärm, sondern ca. einen PKW Lärm in der Vorbeifahrt. Auch für diesen eher hinzunehmenden Lärm gelten die genannten Ziele zu steilerem Start und zur Flugroute gleichermaßen.60 % der Anwohner unter der Fluglinie möchten, dass der Fluglärm geringer wird. Die Abwertung eines ganzen Wohnviertels scheint uns ein zu teures Subventionieren für die Abwicklung einiger sehr lauter Nachtflüge.
Wirtschaftlichkeit ist kein Argument für besonders laute nächtliche Flugzeuge.
Der Flughafen und die Kommission sind hier für einen verträglicheren Rahmen gefordert. Eine Nachtflugroute für laute Flugzeuge ist zu prüfen.
Für den Vorstand: Dr. Hartmut Hammer
————————————————————————————
Zeitungsartikel Kölner Zeitungen
Kölner Stadtanzeiger [.pdf] [81 KB]
Kölner Wochenschau [.pdf] [195 KB]
Zum betrachten diese Datein benötigen Sie den Adobe Acrobat Reader
————————————————————————————
